Wie aus Austausch konkrete Projekte entstehen

In Frankfurt sind am 17. und 18. März zahlreiche Akteur*innen aus unserem Netzwerk zusammengekommen, um sich auszutauschen, Perspektiven zu teilen und gemeinsam an Ideen weiterzuentwickeln. Das Ziel: Konkrete Projekte anstoßen, die die Branche nachhaltig voranbringen.
Den Auftakt bildete unser Jahrestreffen im SBIF-Kreis. Im Fokus: ein Rückblick auf das vergangene Jahr – neue Partner*innen, Veranstaltungen und entstandene Impulse. Gleichzeitig ging es darum, den Blick nach vorn zu richten: Welche Themen treiben wir weiter? Und wie bringen wir Ideen gemeinsam in die Umsetzung?
Energie und Biodiversität: Kein Widerspruch
Beim SBIF Connect live am Abend wurde deutlich, wie viel Potenzial darin steckt, Energie und Biodiversität gemeinsam zu denken. Ein prägender Gedanke aus dem Impuls von Lars Schumacher (Sweco): Vielleicht liegt die Herausforderung weniger in der Technik als in unserer Denkweise. Der Verweis auf Idefix – für den klar ist, dass Bäume nicht einfach ausgerissen werden dürfen – brachte es auf den Punkt: Biodiversität ist keine Option, sondern Teil der Grundlage.
Diese Perspektive zog sich auch durch die anschließende Diskussion. Im Panel diskutierten Kassandra Oelschläger (Bundesverband GebäudeGrün e. V.), Silvester Filkorn (Solarix), Hartmut Schmeck (FZI) und Lars Schumacher (Sweco) – und schnell wurde klar: Energiegewinnung und Begrünung schließen sich nicht aus, sondern können sich sinnvoll ergänzen. Was die Diskussion besonders gemacht hat, war die aktive Beteiligung aus dem Raum: viele Fragen, neue Blickwinkel und ein spannender Austausch, der über das Panel hinausging.
Konkrete Beispiele machten das Potenzial greifbar: Begrünte Flächen können die Effizienz von Photovoltaik steigern. Während auf Dächern bereits viele Lösungen existieren, liegt insbesondere in der Fassade noch großes Potenzial. Neue Ansätze zeigen, wie sich Energie und Biodiversität auch hier intelligent verbinden lassen. Am Ende bleibt die entscheidende Frage: Was verlieren wir, wenn wir diese Themen nicht zusammendenken?
Von der Idee zur Umsetzung
Im Innovationsworkshop ging es am nächsten Tag darum, diese Fragen weiterzudenken und in konkrete Ansätze zu übersetzen. Mit dem Impuls „Team Liebe oder Team Freiheit?“ setzte Andreas Schulten (Stadtwerte) den Ton für den Workshop. Dahinter steckt ein zentraler Gedanke: Innovation entsteht nicht einseitig. Sie braucht sowohl Verantwortung und Wirkung als auch Mut und die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren.
Entsprechend offen startete der Workshop: Zu Beginn hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, alle vier Themen kennenzulernen – zunächst in kurzen Pitches und anschließend im Free Flow an den Thementischen. So konnten sie sich ein umfassendes Bild machen, bevor sie sich für ein Thema entschieden haben, das sie intensiver begleiten wollten. Im weiteren Verlauf ging es dann in den Deep Dive. In kleinen Gruppen wurden die folgenden Projektideen konkret weiterentwickelt:
- Dynamische Datenerfassung Stoffströme und Verbräuche: Von Daten zu Wirkung – durchgängige Nutzung von Verbrauchs- und Stoffstromdaten für einen intelligenten Gebäudebetrieb
- Energieflexibilisierung: Von Abhängigkeit zu Resilienz – dezentrale Netze und Batteriespeicher als Hebel der Energieflexibilisierung
- Energieproduzierende grüne Gebäudehülle: Von der Gebäudehülle zur aktiven Energie- und Klimakomponente – neue PV-Technologien als Schlüssel für integrierte Lösungen aus Energiegewinnung, Begrünung und Klimawirkung
- Smart Building Konfigurator: Von unübersichtlicher Technik zu klaren Entscheidungen – eintransparenter, nutzerzentrierter Smart-Building-Konfigurator für planbare, vergleichbare und sicher beauftragbare smarte Services
Das Ergebnis: Viele konkrete Ansätze und eine klare Motivation, diese in die Praxis zu bringen.
Wie geht’s weiter?
Wir nehmen den Schwung der letzten Tage mit und übersetzen ihn in konkrete nächste Schritte. Euch interessiert auch eines (oder mehrere) der vier Themen und ihr möchtet mitgestalten? Dann schreibt eine Mail an jana.bergmann@sbif.foundation.
Vielen Dank an alle, die dabei waren und mitgestaltet haben. Wir freuen uns schon jetzt aufs nächste Mal!


